Nachhaltige Integration von Geodaten in OpenStreetMap¶
Tipp
Nutzen Sie OpenStreetMap für Citizen Science mit Geodaten!
Ein zentraler Aspekt von Citizen Science-Projekten, die Geodaten erheben, ist die nachhaltige Nutzung der generierten Daten. Ein Beispiel aus dem Projekt IncluScience zeigt, wie durch die direkte Integration von erhobenen Daten in OpenStreetMap (OSM) nicht nur die Sichtbarkeit und Verfügbarkeit, sondern auch die globale Nutzbarkeit der Daten sichergestellt werden kann. OSM als eine der weltweit größten freien Geodatenbanken bietet die Möglichkeit, Daten langfristig zu speichern, zu teilen und weiterzuentwickeln.
Warum OpenStreetMap?¶
- Nachhaltigkeit der Daten
In OSM hochgeladene Daten stehen nicht nur für das eigene Projekt, sondern auch für eine Vielzahl weiterer Anwendungen zur Verfügung. Dies verhindert, dass wertvolle Geodaten "in der Schublade verschwinden" und fördert ihre Nutzung in der Öffentlichkeit. - Offene Standards und Kollaboration
Die Integration der Daten in OSM ermöglicht eine globale Zusammenarbeit, bei der Entwickler*innen, Aktivist*innen und andere Projekte weltweit Zugriff auf die Informationen haben und diese weiterentwickeln können. - Flexibilität durch OSM-Proposals
Damit Citizen Science-Daten nachhaltig in OSM eingebunden werden können, gibt es innerhalb der Community den sogenannten Proposal-Prozess. Dabei können neue Keys und Values vorgeschlagen werden, die für bestimmte Informationen benötigt werden. Diese Vorschläge werden in der Community diskutiert und, bei Zustimmung, in den offiziellen Datenstandard aufgenommen.
Schritte zur Integration von Daten in OSM¶
- Vorbereitung der Daten
Überprüfen Sie, ob die erhobenen Daten in das bestehende OSM-Datenmodell passen. Sie können prototypisch eigene neue Tag-Kombinationen benutzen, um das Datenmodell zu testen. Wenn sich spezifische Tags mit bestehenden überschneiden oder große Datenmengen erfasst werden sollen, ist üblicherweise ein Proposal notwendig. - Proposal-Erstellung (falls notwendig) Beschreiben Sie die neuen Keys und Values, die Ihre Daten abbilden sollen. Ein klar formulierter Vorschlag mit nachvollziehbaren Anwendungsbeispielen erleichtert die Diskussion in der Community. In der Tagging-Mailing-Liste und im Forum können Sie über neue Ideen diskutieren und Vorschläge aus der Community einholen. Machen Sie der Community dabei die Bedarfe der Zielgruppen klar und formulieren Sie das zu lösende Problem klar und deutlich.
- Community-Abstimmung
Veröffentlichen Sie das Proposal auf den OSM-Plattformen und beteiligen Sie sich aktiv an der Diskussion. Gegebenenfalls müssen Änderungen basierend auf dem Community-Feedback vorgenommen werden. - Integration der Daten
Sie können bereits vor Annahme eines Proposals Daten mit den neuen Keys und Values in OSM einpflegen. Wenn die Daten nachhaltig im Datensatz „überleben“ sollen, ist ein Proposal dennoch vorteilhaft.
Warum OSM?¶
Projekte, die Geodaten erheben, sollten prüfen, ob eine Integration der Daten in OSM sinnvoll ist. Dies sichert die nachhaltige Nutzung und ermöglicht anderen, die Daten zu nutzen oder weiterzuentwickeln. Gleichzeitig werden Datensätze kompatibel zu einer großen Anzahl bestehender Analyse-Werkzeuge, mit denen die Daten statistisch erfasst, qualitativ verbessert und mit anderen Datensätzen (z.B. über Populationsdichten) verschnitten werden können.
Erfolgsfaktoren¶
- Klare und prägnante Proposals, die die Bedeutung der neuen Keys und Values erklären.
- Aktive Beteiligung an der Diskussion in der OSM-Community.
- Sicherstellung der Datenqualität vor und nach dem Upload.
Beispiel
Im Projekt IncluScience wurden neue Kategorien von Barrierefreiheitsinformationen durch die Verwendung neuer Tags in OSM integriert. Dies ermöglicht der globalen Community, Daten zur Barrierefreiheit direkt auf der Plattform einzusehen und weiter zu ergänzen.
Die Integration von Citizen Science-Daten in OSM ist ein entscheidender Schritt, um die Reichweite und den Nutzen solcher Projekte zu maximieren. Die langfristige Verfügbarkeit und die Möglichkeit, auf einer globalen Plattform zusammenzuarbeiten, machen diesen Ansatz besonders wertvoll für Projekte mit geographischem Fokus.
Fazit¶
Das Beispiel von IncluScience zeigt, wie partizipative Methoden in Citizen Science erfolgreich umgesetzt werden können. Der iterative Rahmen, der auf die aktive Einbindung von Bürger*innen mit Behinderungen setzt, bietet eine Blaupause für die barrierefreie Gestaltung und Umsetzung von Projekten. Durch den konsequenten Einbezug aller Beteiligten, eine flexible Anpassung im Prozess und die nachhaltige Integration der Ergebnisse in OpenStreetMap konnte eine innovative und inklusive Lösung für die Erweiterung der Wheelmap geschaffen werden.