Planung und Durchführung von Veranstaltungen¶
Die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen an Veranstaltungen kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen. Im Projekt IncluScience wurden verschiedene Ansätze erprobt, die exemplarisch vorgestellt werden.
(Externe) Stakeholder als Multiplikator*innen¶
Stakeholder, die sich in relevanten Bereichen für die Zielgruppe engagieren, können als Multiplikator*innen wirken. Dazu zählen Behindertenbeauftragte von Kommunen, Vertreter*innen von Verbänden oder Einzelpersonen aus der Community. Im Rahmen von IncluScience konnten etwa durch den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), den Deutschen Behindertensportverband und den Deutschen Gehörlosenbund (DGB) gezielt Teilnehmende gewonnen werden.
Empfehlung: Nutzen Sie bestehende Vertrauensstrukturen, um Menschen als Expert*innen in eigener Sache einzubinden. Diese vertrauensvollen Beziehungen können die Bereitschaft zur Mitwirkung deutlich erhöhen.
Netzwerke von Organisationen¶
Organisationen mit bestehenden Netzwerken, z. B. durch Newsletter oder E-Mail-Verteiler, können helfen, gezielt Teilnehmende zu erreichen. Diese Netzwerke sind oft Cluster von Multiplikator*innen, die Kontakte zu verschiedenen Zielgruppen innerhalb der Community herstellen können.
Hinweis: Ein breites Netzwerk ermöglicht den Zugang zu unterschiedlichen Zielgruppen und Expertise. Um Bias zu vermeiden, ist es wichtig, Netzwerke unterschiedlicher Gruppierungen einzubeziehen.
Workshops mit (externen) Stakeholdern¶
Workshops bieten einen direkten Austausch mit Stakeholdern der Community. Dies umfasst die Diskussion und Weiterentwicklung von Strategien sowie die Bewertung bisheriger Beteiligungsformate.
Tipp
Nutzen Sie Workshops, um spezifische Bedarfe zu identifizieren und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.
Menschen mit Behinderungen auf Augenhöhe begegnen¶
Die bloße Anwesenheit von Menschen mit Behinderungen in Veranstaltungen reicht nicht aus. Es bedarf echter Partizipation, bei der Menschen als gleichberechtigte Partner*innen mitbestimmen können. Dies fördert den Dialog, berücksichtigt individuelle Bedarfe und vermeidet das Zuschreiben von Barrieren oder Fähigkeiten.
Begegnungen auf Augenhöhe erweitern Perspektiven und ermöglichen innovative Lösungen. Es gibt keine Nachteile, sondern nur Vorteile durch respektvollen Austausch.
Barrierefreie Veranstaltungsumgebung¶
Um eine inklusive Veranstaltung zu gestalten, sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Kommunikation auf mehreren Kanälen: Texte, Simultanübersetzungen und digitale Zugänge.
- Leichte und Einfache Sprache: Sie erleichtert das Verständnis für viele Teilnehmende.
- Hilfs- und Assistenzmittel: Beispielsweise Screenreader, Induktionsschleifen oder akustische Hilfsmittel.
Tipp
Planen Sie barrierefreie Maßnahmen frühzeitig, um sicherzustellen, dass alle Teilnehmenden aktiv einbezogen werden können.
Fazit¶
Die Planung und Durchführung von Veranstaltungen sollte konsequent auf Inklusion ausgerichtet sein. Dies schließt den Einbezug von Multiplikator*innen, Netzwerken und partizipativen Workshops ein. Eine barrierefreie Veranstaltungsumgebung sowie die Begegnung auf Augenhöhe sind zentrale Elemente, um Citizen Science inklusiv zu gestalten.