Zum Inhalt

Inklusive Citizen Science

Das wesentliche Merkmal von Citizen Science ist der Einbezug von Bürger*innen in die Wissenschaft und Forschung. Dieser sollte dabei grundsätzlich partizipativ und mit Möglichkeiten der Mitbestimmung erfolgen. Doch oftmals stellt sich genau an dieser Stelle die Frage, inwiefern dies überhaupt gewährleistet wird und die Rolle von Bürgerinnen eher als Datenlieferantin denn als Mitforschende angesehen wird. Dem widmet sich schließlich die sogenannte „inklusive Citizen Science“, die die Partizipation und Teilhabe aller Bürger*innen in Wissenschaft und Forschung fokussiert.

Inklusive Citizen Science hat also das Potenzial, alle Personengruppen, ungeachtet diversitätsstiftender Merkmale wie Geschlecht, Herkunft, Ethnie, Behinderung etc., partizipativ mitwirken zu lassen. Demzufolge werden Citizen Science und Partizipation verbunden sowie inklusive Ansätze integriert. Das bedeutet wiederum, Citizen Science möglichst barrierearm in ihrer Methodik und Verwendung von Tools zu gestalten. Spezifische Bedarfe einzelner Personengruppen sowie ihre Expertise in eigener Sache in einem bestimmten Forschungsbereich können so Berücksichtigung finden. Nicht-inklusive Citizen Science schließt demzufolge durch Barrieren bestimmte Personengruppen – oftmals die als marginal bezeichneten – aus, sodass inklusive Citizen Science ein Forschungsdesign erfordert, das Teilhabe durch Inklusion realisiert. Außerdem begründet sich darin die Forderung des Disability Mainstreamings, das im nachstehenden Kapitel (vgl. Kap. 1.4) in Bezug auf Citizen Science bzw. in der Wissenschaft generell näher erläutert wird.

Weiterführende Literatur und Rechercheergebnisse

  • Explorative Recherche zu Ansätzen für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in Citizen-Science-Projekten (Köster, 2022)
  • Weißbuch Citizen Science Strategie 2030 für Deutschland (Bonn et al., 2021)

-> Zum Literaturverzeichnis